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1000 km pures Offroad Abenteuer – Puna, Argentinien

Mai 2025 /

Nach einer erholsamen Pause in San Pedro de Atacama auf «tiefergelegenen» 2500 MüM, zieht es uns erneut in grössere Höhen. Ein weiteres grosses Highlight unserer Reise erwartet uns: die Puna Hochebene in Argentinien. In der Puna gibt es nur wenige Möglichkeiten zu tanken oder Lebensmittel einzukaufen, so haben wir die Zeit in San Pedro hauptsächlich mit der genauen Planung der Route und dem Aufstocken unserer Vorräte verbracht. Durch das «Reserva de los Flamencos» reisen wir über den 4200 Meter hohen «Paso de Jama» wieder nach Argentinien ein. Unsere bis zum Rand gefüllte Kühltruhe und Lebensmittelkiste scheint hier zum Glück niemanden wirklich zu interessieren. So können wir gut vorbereitet in unser nächstes Abenteuer starten. Über Kiesstrassen, welche vor allem von LKWs als Zufahrt zu den hier gelegenen Mienen dienen, fahren wir in Richtung des «Salar de Pocitos» wo uns der Track mitten durch den Salzsee führt.

After a relaxing break in San Pedro de Atacama at a “lower” altitude of 2,500 meters above sea level, we are drawn back to higher altitudes. Another major highlight of our trip awaits us: the Puna plateau in Argentina. There are few opportunities to refuel or buy food in the Puna, so we spent most of our time in San Pedro carefully planning our route and stocking up on supplies. Crossing the “Reserva de los Flamencos,” we re-enter Argentina via the 4,200-meter-high “Paso de Jama.” Fortunately, no one here seems to be particularly interested in our freezer and food box, which are filled to the brim. This means we are well prepared to embark on our next adventure. We drive towards «Salar de Pocitos» on gravel roads, which are mainly used by trucks as access points to the mines located here. The route takes us right across the middle of the salt lake.

Dann wechselt die Umgebung plötzlich ihre Farben zu einem teuflischen Rot. Wir sind in der sogenannten «Desierto del Diablo» angekommen.

Then suddenly, the surroundings change color to a devilish red. We have arrived at the so-called “Desierto del Diablo” (Devil’s Desert).

Bereits aus der Ferne sehen wir unser Tagesziel: Inmitten des «Salar de Arizaro» ragt ein fast perfekter Kegel aus Sandstein in die Höhe – der sogenannte «Cono de Arita». Auch für einen kurzen Schwatz unter Reisenden ist natürlich Zeit – wie das so üblich ist mitten auf der Strasse.

From a distance, we can already spot our destination for the day: in the middle of the «Salar de Arizaro», an almost perfect sandstone cone rises up into the sky—the so-called «Cono de Arita». Of course, there’s also time for a quick chat with fellow travelers, as is customary in the middle of the road.

Immer weiter und höher geht es für uns zu unserem nächsten Zwischenstopp. Wir folgen dem Schwefelgeruch und wollen die verlassenen Sulphurminen «Mina Julia» und «la Causalidad» besichtigen. So klettern wir und unser Troopy langsam aber stetig erneut auf über 5000 MüM. Bei steilen Anstiegen geht es nur im Schritttempo und dank der Getriebeuntersetzung voran. Auf dem Weg begegnen wir immer wieder LKWs, welche Material von den umliegenden noch aktiven Mienen abtransportieren. So sind wir in dieser abgelegenen Einöde zwar alleine unterwegs aber halt doch nicht völlig allein. In der höher gelegenen «Mina Julia» wurde das schwefelhaltige Gestein abgetragen und in der tiefer gelegenen «Mina la Causalidad» weiterverarbeitet. Dort lebten zu Hochzeiten bis zu 3000 Menschen darunter die Mienenarbeiter und ihre Familien. Nach der staatlichen Schliessung der «Mina Julia» im Jahre 1977 begann sich die Siedlung aufzulösen und was übrig bleibt sind die Ruinen der Gebäude sowie der beissende Schwefelgeruch.

We continue onward and upward to our next stop. We follow the smell of sulfur and want to visit the abandoned sulfur mines «Mina Julia» and «La Causalidad». So we and our Troopy slowly but steadily climb back up to over 5000 meters above sea level. On steep inclines, we can only move at walking pace, but only thanks to the gear reduction. On the way, we repeatedly encounter trucks transporting material from the surrounding mines that are still active. So, although we are traveling by ourselves in this remote wasteland, we are not completely on our own. In the higher «Mina Julia», the sulfur-containing rock was mined and further processed in the lower «Mina la Causalidad». At its peak, up to 3,000 people lived there, including the miners and their families. After the official closure of Mina Julia in 1977, the settlement began to disintegrate and all that remains are the ruins of the buildings and the acrid smell of sulfur.

Die Farben der Landschaft wechseln sich auch hier immer wieder. Wir fahren durch das kleine Dörfchen Antofalla und erreichen schliesslich unseren ersten Tankstopp in Antofagasta de la Sierra, wo wir ein paar wenige Liter des wohl teuersten Diesels unserer ganzen Südamerikareise erwerben. In so abgelegenen Regionen kann gut und gerne der doppelte Preis verlangt werden. Wir wollten aber für den nächsten Abschnitt unseres Puna-Abenteuers auf Nummer sicher gehen: Bei unserer Recherche zur Route haben wir einen abenteuerlichen Offroadtrack entdeckt. Dieser beginnt mit der Fahrt durch einen wirklich schmalen Canyon, wo sogar wir nur knapp durchpassen. Wir fahren also wieder in der Getriebeuntersetzung, was den Dieselverbrauch zusätzlich zu den Auswirkungen der Höhe weiter stark vergrössert. Das Ziel des Tracks ist die berühmte «Laguna Diamante» (nicht zu verwechseln mit der weiter südlich gelegenen «Laguna DEL Diamante»). Schon von weitem weist uns ihr wunderbar leuchtendes Blau den Weg. Bedrohend dunkle Gewitterwolken und das starke Auffrischen eines eisigen Windes lassen uns hier aber nicht allzu lange verweilen. Wir fahren weiter und erreichen die «Laguna Grande», welche ein unerwartetes Flamingo-Schauspiel für uns bereit hält.

The colors of the landscape keep changing here too. We drive through the small villages of Antofalla and finally reach our first fuel stop in Antofagasta de la Sierra, where we purchase a few liters of what is probably the most expensive diesel fuel of our entire South American trip. In such remote regions, it is not uncommon for the price to be twice as high. But we wanted to play it safe for the next leg of our Puna adventure: while researching the route, we discovered an adventurous off-road track. It begins with a drive through a really narrow canyon, which even we can barely fit through. So we drive in low gear again, which further increases diesel consumption in addition to the effects of altitude. The destination of the track is the famous «Laguna Diamante» (not to be confused with «Laguna DEL Diamante» further south). Already from a distance, its wonderful bright blue color shows us the way. However, threatening dark storm clouds and a strong icy wind prevent us from lingering here too long. We drive on and reach «Laguna Grande», which has an unexpected flamingo spectacle in store for us.

Über eine schlimme Wellblechpiste erreichen wir El Peñón, wo wir alle unsere Dieseltanks zu einem etwas erträglicheren Preis komplett füllen können und auch unsere Vorräte um ein paar Nudelsuppen aufstocken. Einen tollen Übernachtungsplatz finden wir an der wunderbaren «Laguna Carachi Pampa», welche wiederum verschiedene Flamingo Arten und grasende Alpakas und Lamas beherbergt. Wir haben gelesen, dass es hier auch eine heisse Quelle geben soll. Voller Hoffnungen auf Haarewaschen mit warmem Wasser machen wir uns also mit unseren faltbaren Waschbecken an den Rand der Lagune auf. Können aber egal wo wir unsere Hand reinhalten nirgends ein Anzeichen von Wärme finden. Tja, dann muss halt wie üblich der Teekessel für die Heisswasserproduktion herhalten.

After driving over an awfully corrugated road, we reach El Peñón, where we can fill up all our diesel tanks at a somewhat more reasonable price and stock up on a few noodle soups. We find a great place to spend the night at the beautiful «Laguna Carachi Pampa», which is home to various species of flamingos and grazing alpacas and llamas. We have read that there is also supposed to be a hot spring here. Full of hope that we will be able to wash our hair with warm water, we make our way to the edge of the lagoon with our foldable washbasins. But no matter where we put our hands in, we can’t find any sign of warmth. Oh well, then we’ll just have to use the teapot to produce hot water as usual.

Nach einer ruhigen Nacht geht es für uns am nächsten Morgen weiter in Richtung einer von anderen Overlandern stark angepriesenen Sehenswürdigkeit: dem eindrücklichen Bimssteinfeld «Campo de Piedra Pómez». Jahrtausende der Errosion haben hier eine unwirkliche Mondlandschaft erschaffen. Entlang des Bimssteinfeldes geht es erneut hoch hinaus und dieses Mal findet dies in einer Disziplin statt, die unser Troopy ganz und gar nicht mag: kilometerlanger stetiger Anstieg auf weichem sandigem Untergrund. Wir versuchen allen Schwung von unten mitzunehmen und kommen nur mit Ach und Krach aber tatsächlich ohne im Sand steckenzubleiben oben an.

After a quiet night, we continue the next morning towards a sight that is highly recommended by other overlanders: the impressive pumice field “Campo de Piedra Pómez.” Thousands of years of erosion have created an unreal lunar landscape. Along the pumice field, we climb high again, this time in a discipline that our Troopy does not like at all: a kilometer-long steady climb on soft sandy ground. We try to take all the momentum from below and make it to the top with great difficulty, luckily without getting stuck in the sand.

Hoppla, da hat es unten drunter laut gescheppert, besser mal kurz nachschauen ob noch alles dran ist… – Oops, there was a loud bang down below. Better check quickly to see if everything is still there…

An dieser Stelle endet unser Höhenabenteuer. Von nun an soll es stetig immer weiter in tiefere Lagen gehen. Die Puna verabschiedet sich mit einem absoluten Knüller: Der Ruta Provincial nach Fiambalà, welche erst durch eine wunderbare Gebirgslandschaft führt. Dort finden wir auch die bisher schönste Thermalquelle, in welcher wir uns komplett alleine für zwei Tage einweichen können. Mit dem Thema Wasser nun sehr gut vertraut, hält der nächste Teil der Reise mehr als 50 Wasserdurchfahrten für uns bereit. Der Weg wird also quasi zum Fluss und der Fluss wird zum Weg.

This is where our high-altitude adventure ends. From now on, we will steadily descend to lower altitudes. But the Puna bids us farewell with an absolute highlight: the Ruta Provincial to Fiambalà, which first leads through a wonderful mountain landscape. There we also find the most beautiful thermal spring we have seen so far, where we soak completely alone for two straight days. With water being a familiar theme, the next part of the journey has more than 50 water crossings in store for us. So the road is basically the river, and the river is the road.

Aus dem Bachbett, biegen wir direkt auf eine Teerstrasse ab. Ein sehr komisches Gefühl nach gut zwei Wochen auf Pisten plötzlich wieder auf einer so perfekten Strasse in die Zivilisation unterwegs zu sein. In Fiambalà angekommen, schwelgen wir bereits in den Erlebnissen der vergangenen Tage und gönnen uns natürlich auch das eine oder andere leckere Essen im Restaurant. Denn eines ist sicher, Nudelsuppen möchten wir sicher für eine ganze Weile keine mehr sehen.

From the riverbed, we turn directly onto a paved road. It’s a very strange feeling after a good two weeks on dirt roads to suddenly be back on such perfect tarmac heading toward civilization. Once we arrive in Fiambalà, we revel in the experiences of the past few days and, of course, treat ourselves to a delicious meal or two in a restaurant. Because one thing is certain: we won’t be having any more noodle soup for quite a while.

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