Unser bisheriger Reisegefährte war ein Toyota Land Cruiser HZJ75 mit Baujahr 1999. Wir haben ihn im Jahr 2019 gekauft und waren nun gute 6 Jahre mit ihm in Europa und Nord-und Südamerika unterwegs. Über diese lange Zeit haben wir unser Gefährt mehrmals um- und weiter ausgebaut und ihn damit jedes Mal etwas mehr an unsere Bedürfnisse und an die jeweils geplante Reise angepasst. So habe ich den folgenden Abschnitt in diese drei «Evolutionsstufen» unterteilt.
Our previous travel companion was a 1999 Toyota Land Cruiser HZJ75. We bought it in 2019 and have now spent a good six years traveling with it in Europe and through the Americas. Over this long period, we have converted and upgraded our vehicle several times, further adapting it to our needs and the planned trip. I have therefore divided the following section into these three “stages of evolution.”
1. Stufe (2019-2020)
Kauf und erster Ausbau oder besser: lass uns schauen was der Front Runner Katalog zu bieten hat –
Purchase and initial modifications, or better yet: let’s see what the Front Runner catalog has to offer
Da unser Troopy in seinem vorherigen Leben einer Gipserei gehört hatte, kamen jedes Mal wenn wir die Lüftung aufgedreht haben weisser Staub und Stroh (?!) herausgeschossen. So wurde nach der Aussenreinigung vielleicht der Hochdruckreiniger auch kurz im Innenraum zum Einsatz gebracht. Zum äusserlichen Umbau und der «Offroadifizierung» gehörten der Austausch des originalen Fahrwerks zu einem von Oldman Emu und der Anbau eines Safari Schnorchels mit Zyklonfilter.
Since our Troopy was previously owned by a plastering company, white dust and straw (?!) would shoot out every time we turned on the ventilation. So after a thourough cleaning of the outside, we may have even used the pressure washer briefly inside the vehicle too. The exterior conversion and “off-roadification” included replacing the original suspension with one from Oldman Emu and adding a safari snorkel with a cyclone filter.




Wir starteten nach der «Entkernung» mit der kompletten Geräusch- und Temperaturisolation des Fahrzeugs. Zuerst haben wir zur Schalldämmung gute 30 kg Alubutyl – ja das war eindeutig zu viel des Guten, verarbeitet, darüber dann eine Schicht Armaflex aufgeklebt und zu guter Letzt – wo passend, grauen Filz aus dem Baumarkt verlegt. Beim Innenausbau haben wir uns für das klassische Layout entschieden: rechts in Fahrtrichtung befand sich die Sitzbank mit Staumöglichkeiten und links das was wir «Küche» nennen. Dort war auch die 28 Liter fassende Dometic Kühlbox ausfahrbar auf Schwerlastschienen platziert. Hinter dem Fahrersitz befand sich der Hochschrank für die Kleidung. Die Bodenplatte aus OSB Holz diente als Basis für die Möbelkonstruktion aus Aluminium Profilen und als Staukisten wurden die allseits praktischen Rako-Boxen verwendet. Die Installation der Webasto Standheizung sowie der Zusatzscheinwerfer überliessen wir einer professionellen Werkstatt. Den ganzen Rest aber können wir mit Stolz behaupten in völliger Eigenarbeit eingebaut zu haben.
After stripping the interior, we started with complete noise and temperature insulation of the vehicle. First, we used a good 30 kg of aluminum butyl for sound insulation—yes, that was definitely too excessive—then glued a layer of Armaflex on top and, last but not least, laid gray felt from the hardware store where appropriate. For the interior design, we opted for a classic layout: on the right-hand side in the direction of travel was the bench seat with storage space, and on the left was what we call the “kitchen.” The 28 litre Dometic fridge was also placed there on heavy-duty rails so that it could be pulled out. Behind the driver’s seat was the tall cabinet for clothes. The OSB wood floor panel served as the basis for the furniture construction made of aluminum profiles, and the ever-practical Rako boxes were used as storage boxes. We left the installation of the Webasto auxiliary heater and the additional headlights to a professional workshop. However, we can proudly say that we installed everything else ourselves.










Vor unseren Testferien haben wir uns auch kräftig im Front Runner Onlineshop bedient. So kamen Campingtisch, Dachträger, Highlift-Jackhalterung, Ersatzradhalter sowie die Wasser- und Dieselkanister und deren Halterungen von dort. Markise und Dachzelt kauften wir von Gordygear. Direkt nach den ersten Ferien in Frankreich und später Griechenland – an beiden Orten mit sehr sehr viel Wind, haben wir jedoch unser Klappdachzelt von Gordygear gleich durch das stabilere und beim Auf-und Abbau weniger herausfordernde Hartschalendachzelt von James Baroud ersetzt. Der ständige Wind hat mit dem mühsamen Runterspannen jedes Teils das irgendwie fleddern kann, für uns die Dachzeltromatik echt ein wenig zunichte gemacht – so hat Marcel, getreu seiner selbst, noch während der Ferien noch das neue Dachzelt geordert.
Before our test vacation, we also made extensive use of the Front Runner online shop. That’s where we got our camping table, roof rack, high-lift jack mount, spare wheel holder, and water and diesel canisters and their mounts. We bought the awning and roof tent from Gordygear. Immediately after our first vacation in France and later in Greece—both places with very strong winds—we replaced our Gordygear folding roof tent with the more stable and easier to set up and take down hard-shell roof tent from James Baroud. The constant wind and the tedious task of securing every part that could somehow flap around really ruined the roof tent romance for us – so Marcel, true to his nature, ordered the new roof tent while we were still on vacation in Greece.


2. Stufe (2021-2023)
Auf eine kleine Änderung folgen meist ganz viele Weitere – One small change is usually followed by many more
Da das neue James Baroud Dachzelt um einiges länger war als das vorherige, musste das eine Ersatzrad vom Dachträger weichen. Wir wollten aber sicher immer zwei komplette Räder dabei haben und so blieb uns keine andere Wahl als die hintere Stossstange durch eine Metallstossstange mit Ersatzradträger auszutauschen. In einem weiteren Schritt musste dann auch die vordere Stossstange für einen «Geräteträger» mit Bullbar und Seilwinde weichen. Des weiteren liessen wir einen Zusatztank, der uns neu eine Reichweite von über 1000 km bescherte, einbauen. Dieser befand sich unten in der Mitte des Fahrzeugs, so blieb der Platz für das zweite Ersatzrad unter dem Auto erhalten. Auch so ein Land Cruiser kommt nicht ganz ohne Wartungsarbeiten aus: So haben wir vor dem Reiseantritt zudem das Getriebe revidieren und eine stärkere Kupplung einbauen lassen.
Since the new James Baroud roof tent was considerably longer than the previous one, the spare wheel had to be removed from the roof rack. However, we wanted to make sure we always had two complete wheels with us, so we had no choice but to replace the stock rear bumper with a metal bumper with a spare wheel carrier. In a further step, the front bumper also had to be removed to make way for an “equipment rack” with a bull bar and winch. We also had an auxiliary fuel tank installed, which gave us a range of over 1000 km. This was located at the bottom center of the vehicle, leaving room for the second spare wheel under the car. Even a Land Cruiser like this one requires some maintenance work: before setting off on our journey, we had the transmission overhauled and a stronger clutch installed.





In die Nordamerikareise sind wir mit einer Webasto Standheizung gestartet, zurückgekehrt mit einer der Marke Autotherm. Die Webasto Heizung hat kurz nach unserem Besuch im Yellowstone National Park in den USA das Handtuch geworfen. Für diejenigen, welche sich für eine technische Erklärung interessieren: Sie ist aufgrund der grossen Höhenlage und der fehlenden Höhenkompensation dieses Modells mehrfach komplett verrusst und hat sich trotz mehrfachem Ausbauen und Reinigen nicht mehr davon erholt. Der Einbau der neuen Autotherm Standheizung ging auch mit eiskalten Fingern aufgrund des gleichen Lochbildes problemlos.
We started our trip to North America with a Webasto parking heater and returned with one from Autotherm. The Webasto heater gave up the fight shortly after our visit to Yellowstone National Park in the USA. For those interested in a technical explanation: due to the high altitude and the lack of altitude compensation in this model, it became completely caked with carbon deposits on several occasions and, despite repeated dismantling and cleaning, failed to recover eventually. Installing the new Autotherm parking heater was easy, even with frozen fingers, as it had the same hole dimensions.
3. Stufe (2024-2025)
Böhlen Hubdach: der Gamechanger – Böhlen Pop-up roof: the game changer
Im Notfall oder bei zu grosser Kälte konnten wir im Innenraum des Autos ein 1 Meter breites Notbett ausklappen, wo wir während der Nordamerikareise tatsächlich öfters als uns lieb gewesen wäre, schlafen mussten. Auch wünschten wir uns (sicher verstärkt durch den pausenlosen Regen und einer Mückenplage in Alaska) sehnlichst ein Rückzugsort im Innern des Fahrzeugs, wo man sich umziehen und vielleicht auch mal bequem aufrecht sitzen kann. So gab es im Jahr 2023 für die geplante Südamerikareise ein Hubdach von Offroad Böhlen, welches wir gerne und oft als absoluten «Gamechanger» bezeichnen. Der neu gewonnene Raum im geschützten Inneren des Autos war für die Reise durch Patagonien in unseren Augen absolut essentiell.
Vor dem Reisantritt in Südamerika haben wir aber am Fahrzeug und Innenausbau noch weitere grundlegende Veränderungen vorgenommen: Die ausrollbare Markise zeigte bereits nach wenigen Wochen der Nordamerikareise Ermüdungserscheinungen – die ausfahrbaren Stelzen konnten nicht mehr richtig arretiert werden. Bei den langanhaltenden Regenepisoden war das Gefriemel beim Aufbauen ein ständiger Frust. So haben wir sie für Südamerika durch eine selbst tragende 270° Markise von Alu-Cap ersetzt. So konnten wir nun auch am Heck des Autos, wenn beide Türen geöffnet sind überdacht sitzen.
In an emergency or when it was too cold, we could fold out a 1-meter-wide emergency bed inside the car, where we actually had to sleep more often than we would have liked during our trip through North America. We also desperately wanted (certainly exacerbated by the incessant rain and mosquito plague in Alaska) a place of retreat inside the vehicle where we could change clothes and perhaps sit comfortably upright. So, in 2023, for our planned trip to South America, we got a pop-up roof from Offroad Böhlen, which we often refer to as an absolute “game changer.” The newly gained space in the protected interior of the car was, in our eyes, absolutely essential for our trip through Patagonia.
Before setting off on our trip to South America, however, we made further fundamental changes to the vehicle and its interior: The roll-out awning had already shown signs of wear after just a few weeks of traveling in North America – the extendable stilts could no longer be locked properly. During the long periods of rain, fiddling around with setting it up was a constant source of frustration. So we replaced it with a self-supporting 270° awning from Alu-Cap for South America. This meant we could now sit under cover at the rear of the car when both doors were open.
Auch wenn unser Innenausbau noch sehr ähnlich aussah, wie zu Beginn unserer Reisen, haben wir ihn mit unseren Erfahrungen der letzen Jahre auf Reisen noch einmal komplett neu gemacht: Die Sitzbank auf der rechten Seite wurde zugunsten einer bequemeren Sitzposition bei geschlossenem Dach etwas tiefer, die ganze linke Seite für mehr Stauraum etwas höher. Wir haben auch den Hochschrank für die Kleidung weg gelassen und alle Klamotten in zwei Taschen gepackt. Das macht es einfacher Mal für ein zwei Nächte in ein Hotel zu ziehen. Neu haben wir auch auf eine grössere 48 Liter Snomaster Kühlbox mit Gefrierfach aufgerüstet. Diese hat uns während unserer 8 Monatigen Südamerikareise gute Dienste geleistet und erst in der allerletzten Woche vor der Rückverschiffung den Geist aufgegeben. Da war die Rüttelei dann wohl doch zu viel. Auch waren unsere Hintern auf den stundenlagen Fahrten über «Ripio» Strassen in Südamerika über die neuen Scheel-Man Sitze äusserst froh. Neu kam auch eine Duschmarkise von QuickPitch dazu – die wir aber aufgrund der tiefen Temperaturen und/oder des starken Windes nicht so oft gebraucht haben wie gedacht.
Auf dem Dach fanden wiederum flache Stauboxen von Auer sowie unsere Maxtraxx mit der Front Runner Halterung Platz. Wie wir mit Schrecken festgestellt haben, war das noch das einzige Teil, welches aus unserer anfänglichen Front Runner Grossbestellung übrig geblieben ist. Nicht weil die Qualität der Ware irgendwie schlecht gewesen wäre sondern viel mehr weil all die Dinge ihren Platz am Auto verloren haben oder durch etwas anderes ersetzt worden sind. Im allgemeinen waren wir wohl zu anfangs etwas kauffreudig und haben viele Dinge angeschafft, die im Nachhinein nicht für den Dauergebrauch während Langzeitreisen gemacht waren. Hier gelten wohl die Devisen: Weniger ist mehr und wer billig kauft, kauft meist zweimal.
Even though our interior design still looked very similar to how it did at the beginning of our travels, we completely redesigned it based on our experiences over the last few years: the bench seat on the right-hand side was lowered slightly to provide a more comfortable seating position when the roof is closed, and the entire left-hand side was raised slightly to provide more storage space. We also removed the tall wardrobe for clothes and packed all our clothes into two bags. This made it easier to stay in a hotel for a night or two. We also upgraded to a larger 48-liter Snomaster cooler with a freezer compartment. This served us well during our 8-month trip through South America and only broke down in the very last week before we shipped the van back. I guess the shaking was too much for it. Our bottoms were also extremely grateful for the new Scheel-Man seats during the long hours of driving on “ripio” roads in South America. We also added a QuickPitch shower awning – which we didn’t use as often as we thought we would due to the low temperatures and/or strong winds.
The roof provided space for flat storage boxes from Auer and our Maxtraxx with the Front Runner mount. We were shocked to discover that this was the only item left over from our initial bulk order from Front Runner. Not because the quality of the products was poor, but rather because all the items had lost their space on the car or had been replaced by something else. In general, we were probably a little too eager to buy at the beginning and purchased many things that, in retrospect, were not made for long-term use during extended trips. The motto here is: less is more, and if you buy cheap, you usually buy twice.



Unser Troopy war uns ein treuer, robuster, und absolut zuverlässiger Reisegefährte, welcher uns während der letzten sechs Jahre über 110’000 km ohne Pannen und Reparaturen jeden Tag an jedes noch so schwer zu erreichende Ziel gebracht hat. Wir haben nun unseren alten Reisegefährten im November 2025 schweren Herzens verkauft. Er darf aber bei seinem neuen Besitzer weiterhin auf Reisen gehen. Viel Spass und immer eine handbreit Luft unterm Diff wünschen wir!
Our Troopy was a loyal, robust, and absolutely reliable travel companion, which took us to every destination, no matter how difficult to reach, every day for the last six years, covering over 110,000 km without any breakdowns or repairs. We sold our old travel companion in November 2025 with a heavy heart. However, our Troopy will continue to travel the world with its new owner. We wish them lots of fun and always a hand’s breadth of air under the diff!