Mai 2025 /
Erneut sind wir auf dem ausgesuchten Campingplatz komplett alleine – was uns bei der minutenlangen holprigen Zufahrt durchs Dickicht in diesem Fall gar nicht verwundert. Die ganze Zeit über fragen wir uns, ob wir wohl richtig sind und ob das eine gute Idee war. Schlussendlich stehen wir aber auf einem ordentlich gemähten Platz mit toller Aussicht auf den Río Paranà, welcher an dieser Stelle Argentinien von Paraguay trennt. Vom Besitzer des Campingplatzes werden wir am nächsten Tag mehrfach ermahnt, dass die RP40, welche wir uns als Zufahrt für unsere nächste Sehenswürdigkeit ausgesucht haben, bei Nässe absolut nicht befahrbar sei. Es hat seit drei Tagen überhaupt nicht geregnet und so sind wir hoffnungsvoll nicht auf die uns beschriebene schmierige Schlammpiste zu treffen. Die dicken im Moment noch vorbeiziehenden Regenwolken künden aber für die nächsten Tage Unheilvolles an.
Once again, we are completely alone at the chosen campground—which is not surprising given the minutes-long bumpy drive through the dense bushes. The whole time, we wonder whether we are in the right place and whether this was a good idea. Ultimately, however, we find ourselves on a neatly mowed site with a great view of the Río Paraná, which separates Argentina from Paraguay at this point. The next day, the owner of the campsite warns us several times that the RP40, which we have chosen as the access road to our next destination, is absolutely impassable when wet. It hasn’t rained at all for three days, so we are hopeful that we won’t encounter the slippery muddy track described to us. However, the thick rain clouds currently passing overhead forecast doom for the next few days.

Wir erreichen den ausgewählten Parkeingang im Trockenen – nur zwei oder drei dicke Tropfen sind während der Fahrt auf der Frontscheibe aufgeklatscht, der anschliessende Wolkenbruch blieb aber zu unserem Glück aus. Beim «Portal Laguna Iberà» befahren wir das grosse Sumpfgebiet, von wo man mehrere kleinere Rundgänge starten kann. Die Parkgebäude befinden sich zwar gerade im Umbau, die rundherum grasenden Wasserschweine lassen sich vom Baulärm aber nicht stören. So können wir die Tiere beim Futtern und anschliessendem Dösen ausgiebig beobachten. Beim Spaziergang durch den dichten Urwald erspähen wir oranges Fell durchs Blattwerk schimmern und können uns sehr nahe an die schlafenden Brüllaffen heranpirschen. Diese haben sich zu unserem Glück für ihren Mittagsschlaf Bäume direkt in der Nähe des Pfades ausgesucht. Erst als wir bereits wieder aufbrechen wollen, erwacht einer und straft uns mit einem genervten Blick. Weiter in Richtung Ausgang raschelt es im Gestrüpp und wir können gerade noch eine Rotte (wie wir erst vermuten) gewöhnlicher Wildschweine im Dickicht erspähen. Später finden wir heraus, dass es sich dabei um die wieder angesiedelten Halsbandpekaris – eine Art der Nabelschweine, gehandelt hat. Mit «Schwein» lagen wir also nicht völlig falsch.
We reach the selected park entrance dry – only two or three heavy raindrops hit the windshield during the drive, but luckily the subsequent cloudburst did not follow. At the “Portal Laguna Iberà,” we drive into the large protected marshland, from where several smaller circular walks can be started. The park buildings are currently undergoing renovation, but the capybaras grazing around them are not disturbed by the construction noise. This allows us to observe the animals feeding and then dozing off at length. As we walk through the dense jungle, we spot orange fur shimmering through the foliage and are able to sneak very close to the sleeping howler monkeys. Luckily for us, they have chosen trees right next to the path for their afternoon nap. Just as we are about to leave, one of them wakes up and glares at us with an annoyed look. Further towards the exit, there is a rustling in the undergrowth and we just manage to spot what we initially assume to be a herd of ordinary wild boars in the thicket. Later, we find out that these were probably the reintroduced collared peccaries.
















Die Rundwege bieten auch mehrmals Ausblicke auf das eigentliche Sumpfgebiet, wir sehen von dort aber nur ausgetrockneten Matsch und keinerlei weiteres Getier. So machen wir uns auf den Rückweg zum Auto und schliesslich auch zurück auf die RP40, wo wir zu unserem Erstaunen im Kanal direkt neben der Strasse unzählige weitere Wasserschweine beim Abgrasen der Wasserpflanzen und auch grosse und ganz kleine Krokodile, die sich aber schnell in die braune Suppe zurückziehen, erspähen.
The circular trails also offer several vistas of the actual marshland, but from there we see only dried-up mud and no other animals. So we make our way back to the car and finally back to the RP40, where, to our amazement, we spot countless more capybaras grazing on the water plants in the canal next to the road, as well as large and very small crocodiles, which quickly retreat into the brown soup.







Die Regenwolken haben sich in der Zwischenzeit komplett verzogen und der Tag verabschiedet sich sogar mit wunderschönem Abendrot. So können wir unsere Reise in Richtung Süden unbesorgt fortsetzen.
In the meantime, the rain clouds have completely cleared and the day is even ending with a beautiful sunset. So we can continue our journey south without any worries.


