Juni 2026 /
Wir haben uns bereits vor Beginn der Australien Reise eine grosse Herausforderung vorgenommen: Wir wollen mit unserem Troopy die 1’800 km lange Canning Stock Route befahren. Die Strecke wurde wie der Name schon sagt früher zur Überführung des Viehs von Norden nach Süden benutzt. Heute ist die Route nicht mehr aktiv und wird nur noch von Offroad Enthusiasten wie uns befahren. Die Crux an der Sache ist, dass es erst nach 1’000 km die Möglichkeit gibt in einer kleinen indigenen Community aufzutanken und wieder ein paar Lebensmittel einzukaufen. Dazwischen gibt es nur das weite Land, ein paar Rinder und viele Dünen zu bezwingen. Das einzige worum man sich keine Sorgen zu machen braucht ist die Trinkwasserbeschaffung. Canning hat nämlich während der Erschliessung der Route auch mittels Ausbeutung der indigenen Bevölkerung 51 Brunnen errichten lassen. Von den ursprünglich über 50ig sind die meisten zu Ruinen zerfallen, andere hingegen wurden restauriert und in Betrieb gehalten. Aus ihnen kann man heute noch mithilfe einer Winde einen Metalleimer gefüllt mit glasklarem Trinkwasser heraufziehen.
Mit diesem Ziel vor Augen, musste der neue Troopy natürlich auch gewissen Anforderungen entsprechen: um die gut 1’000 km bis zur Tankstelle schaffen zu können, haben wir einen Zusatztank von 150 l einbauen lassen, was uns zu einer Gesamtkapazität von 240 l Benzin bringt, auch wurden das Fahrwerk und die Federung ausgetauscht und verstärkt um die unnachgiebigen Wellblechpisten zu überstehen. Um das Wasser aus den Eimern in unsere Tanks zu kriegen und gleichzeitig zu reinigen, haben wir uns eine portable Wasserfilteranlage mit Pumpe besorgt (Guzzle H20), denn mit einem Gartenschlauch von Gardena kommt man da nicht allzu weit und läuft erst noch Gefahr, sich von möglicherweise verunreinigtem Wasser eine Magenverstimmung zu holen – in diesem Brunnen kann ja allerlei Zeugs rumschwimmen. Getreu dem Motto doppelt hält besser, wird unser Trinkwasser bevor es im Camper aus dem Hahn läuft auch nochmals gefiltert und gereinigt.
Zur Sicherheit haben wir uns ein leistungsstarkes Funkgerät besorgt, denn die Kommunikation auf der Canning mit anderen Reisenden findet ausschliesslich auf UHF Channel 40 statt. Es wird alle paar Kilometer angesagt, wenn man einen der Brunnen passiert und in welche Richtung man unterwegs ist. So sind alle in der Umgebung schonmal vorgewarnt, dass demnächst einer um die Ecke oder über die Düne kommen kann. Auch haben wir ein Satellitentelefon sowie das Starlink dabei, an Kommunikationsmöglichkeiten in einem Notfall mangelt es uns also nicht.
Even before setting off on our trip to Australia, we set ourselves a major challenge: we want to drive the 1,800 km-long Canning Stock Route in our Troopy. As the name suggests, the route was once used to drive cattle from north to south. Today, the route is no longer in use and is only travelled by off-road enthusiasts like us. The crux of the matter is that it’s only after 1,000 km that you can stop at a small Indigenous community to top up your fuel and stock up on a few groceries. In between, there’s nothing but the vast open outback, a few cattle and plenty of dunes to conquer. The only thing you don’t need to worry about is sourcing drinking water. During the development of the route, Canning had 51 wells built, partly through the exploitation of the indigenous population. Of the original 50-odd wells, most have fallen into ruin, whilst others have been restored and are still in use. Even today, you can still draw crystal-clear drinking water from them using a winch and an iron bucket.
With this goal in mind, the new Troopy obviously had to meet certain requirements: to cover the 1,000 km to the petrol station, we had an additional 150-litre tank fitted, bringing our total petrol capacity to 240 litres; the suspension was also replaced and reinforced to cope with the unforgiving corrugated tracks. To get the water from the buckets into our tanks and filter it at the same time, we’ve got ourselves a portable water filtration system with a pump (Guzzle H20), because you won’t get very far with a Gardena garden hose and you also run the risk of getting an upset stomach from potentially contaminated water – all sorts of stuff can be floating down in these wells. True to the saying ‘better safe than sorry’, our water is filtered and purified once more before it comes out of the tap in the camper.
To be on the safe side, we’ve got ourselves a radio, as communication on the Canning with other travellers takes place exclusively on UHF Channel 40. Every few kilometres, as you pass one of the waterholes, you announce which direction you’re heading in. That way, everyone in the area is given advance warning that someone might be round the bend or coming over the dune shortly. We’ve also brought a satellite phone and the Starlink with us, so we’re certainly not short of ways to communicate in an emergency.
Einkauf in Newman – Grocery Shopping in Newman
Der eigentliche Startpunkt unserer Canning Stock Route liegt in Wiluna. Da dies aber nur ein kleines Dörfchen ist, entscheiden wir uns bereits im 400 km entfernten Newman einzukaufen. Wir wollen Nahrungsmittel für 20 Tage dabei haben. Es wird also ein Großeinkauf. Das ganze Essen dann irgendwo im Troopy unterzubringen, ist schon eine erste kleine Herausforderung, auch zwei zusätzliche 20 l Benzinkanister besorgen wir uns und befüllen sie mit bestem bleifrei 98 Benzin. Unser bisheriger Verbrauch war nie über 20 l/100 km, so sollten wir mit total 280 l für diese ersten 1’000 km ohne Stress mit noch etwas Reserve hinkommen – diese Reserve hat’s gebraucht, kann ich schon mal vorne weg nehmen.
The actual starting point of our Canning Stock Route is in Wiluna. However, as this is only a small village, we decide to do our shopping in Newman, 400 km away. We want to take enough food with us for 20 days, so it’s going to be a big purchase. Fitting all the food into the Troopy is a bit of a challenge in itself; we also get hold of two extra 20-litre petrol jerrycans and fill them with top-quality unleaded 98 petrol. Our fuel consumption so far has never exceeded 20 litres per 100 km, so with a total of 280 litres we should be able to cover these first 1,000 km without any stress and with a bit of a reserve to spare – and I can tell you straight away that we did need that reserve.




Tag 1 Kurzstopp in Wiluna und Start der CSR, Wells 1 bis 3a – Day 1 a quick stop in Wiluna and the start of the CSR, wells 1 to 3a
Mit unserer Einschätzung von Wiluna liegen wir genau richtig. Das Dörfchen ist klein und die Regale des Shops sind halbleer. Hier hätten wir uns mehr schlecht als recht mit den nötigen Lebensmitteln für so eine solch lange Reise eindecken können. Wir tanken unseren Troopy nochmals bis kurz vorm Überlaufen voll, kaufen einen leckeren Pekannuss Kuchen in einem kleinen Shop und legen dann die gut 30 km bis zur Starttafel der CSR zurück.
Our assessment of Wiluna turns out to be spot on. The little village is tiny and the shop’s shelves are half-empty. We could hardly have stocked up on the essentials for such a long journey here. We refuel our Troopy once more until it’s almost overflowing, buy a delicious pecan cake in a small shop, and then cover the 30 km to the CSR start sign.




Die obligatorischen Fotos sind gemacht und so starten wir bei Brunnen 1 der CSR. Die Fahrt geht abwechslungsweise über weite Ebenen, durch dichtes Buschwerk und zu unserer Überraschung auch über so einige steinige Abschnitte und durch das eine oder andere trockene Bachbett – so „offroadig“ hatten wir es nicht erwartet. Kein Wunder ist in diesem Abschnitt das Ziehen eines Anhängers oder Wohnwagens verboten – und verbieten muss man dies den Australiern auch, denn die würden ihre geliebten Caravans sicher auch hierher mitbringen, wenn sie dürften. Für die erste Übernachtung suchen wir uns kurz vor Brunnen 3a eine ebene Fläche direkt neben der Piste. Allzu viel Verkehr ist hier nicht zu erwarten.
The obligatory photos have been taken, so we set off from well 1 on the CSR. The journey takes us alternately across wide plains, through dense scrub and, to our surprise, over quite a few stony sections and through the odd dry riverbed – we hadn’t expected it to be quite so ‘off-road’. No wonder towing a trailer or caravan is prohibited on this stretch – and you really do have to ban Australians from doing so, because they’d certainly bring their beloved caravans here too if they were allowed. For our first night’s stay, we find a flat spot just before Well 3a, right next to the track. We don’t expect there to be too much traffic here.








Tag 2 Well 3a bis Well 8 – Day 2 Well 3a to Well 8
Nach einer mucksmäuschenstillen Nacht fahren wir am nächsten Morgen weiter in Richtung Well 4. Das Terrain bleibt gleich wie am Tag zuvor. Kurz vor Well 5 rauscht und knackt unser Funkgerät kurz. Es ist also jemand in der Nähe und tatsächlich bei Well 5 treffen wir zwei australische Pärchen. Wir unterhalten uns kurz während sie ihren Duschkanister auffüllen. Das Wasser ist leicht bräunlich und unsere zwei festverbauten 50l Tanks sind noch fast voll so entscheiden wir uns gegen das Auffüllen an diesem Brunnen. Well 5 ist mit über 30 Metern der tiefste auf der gesamten Strecke. Beim Blick in das schwarze Loch werden wir ganz ehrfürchtig vor der geleisteten Arbeit der Erbauer. Das Raufkurbeln des Eimers benötigt hier auch ziemlich Muskelkraft. Nach der Mittagspause geht die Fahrt bis zu Well 6 weiter, der hier kurz Erwähnung verdient, denn er befindet sich unter wirklich riesengrossen Eukalyptus Bäumen mit schneeweissen Stämmen. Wir fahren weiter und schlagen kurz nach Well 8 unser Nachtlager auf.
After a dead-quiet night, we set off the next morning towards Well 4. The terrain remains the same as the day before. Just before Well 5, our radio crackles and pops briefly. So there’s someone nearby, and sure enough, at Well 5 we meet two Australian couples. We have a brief chat whilst they top up their shower canister. The water is slightly brownish and our two permanently fitted 50-litre tanks are still almost full, so we decide against topping up at this well. At over 30 metres, Well 5 is the deepest on the entire route. Gazing into the black hole, we’re filled with awe at the work accomplished by the builders. It takes quite a bit of muscle power to wind the bucket up here. After the lunch break, the journey continues to Well 6, which is worth a brief mention as it’s situated beneath some truly enormous eucalyptus trees with snow-white trunks. We carry on and set up camp for the night shortly after Well 8.



Tag 3 die ersten Dünen und Salzseen zeigen sich, Wells 8 bis 12 – Day 3 the first dunes and salt lakes come into view, Wells 8 to 12
Nach einer weiteren Nacht in Totenstille brechen wir um 8 Uhr morgens auf. Denn dann sind die Temperaturen angenehm und die lästigen Fliegen auch noch nicht so zahlreich, dass sie einem den Morgenkaffee verderben. Die Gegend besteht nach wie vor aus Buschland und dem einen oder anderen dürren Wäldchen. Bei Well 10 merken wir aber dass der Untergrund zunehmend sandiger wird. Ach ja, habt ihr gewusst, dass es in Australien Dromedare gibt?! Die Fahrt geht entlang des Salzsees „Lake Aerodrome“ und führt über die ersten noch nicht allzu hohen Dünen. Die Anfahrt ist meist sehr holprig, so dass man gar nicht wirklich Schwung holen kann. Wir sind gespannt, wie das denn bei den grösseren Dünen klappen soll ohne stecken zu bleiben. Dünen und Wellblechpisten wechseln sich nun stetig ab, kurz nach 14:00 Uhr haben wir beide genug davon und beschliessen den Fahrtag bei Well 12 zu beenden. Dort gibt es einen funktionierenden Brunnen, so können wir ausgiebig Duschen und anschliessend unsere Tanks voll befüllen. Auch unsere zwei Leinenhemden werden ausgewaschen. Leider ist der rötliche Staub mit einer Handwäsche nicht zur bezwingen, so sehen die Hemden nach der Wäsche noch gleich fleckig aus wie zuvor.
After another night of complete silence, we set off at 8 o’clock in the morning. That’s when the temperatures are pleasant and the pesky flies aren’t yet so numerous that they spoil our morning coffee. The landscape is still made up of scrub and the odd patch of woodland. At Well 10, however, we notice that the ground is becoming increasingly sandy. Oh, and did you know there are dromedaries in Australia?! The journey takes us along the salt lake ‘Lake Aerodrome’ and over the first dunes, which aren’t too high yet. The approach is mostly very bumpy, so you can’t really build up any momentum. We’re curious to see how we’ll manage the bigger dunes without getting stuck. Dunes and corrugated tracks now alternate constantly; shortly after 2.00 pm, we’ve both had enough and decide to end the day’s driving at Well 12. There’s a working water tap there, so we can have a proper shower and then fill up our tanks. We also wash our two linen shirts. Unfortunately, the reddish dust can’t be removed by hand washing, so the shirts still look just as stained after washing as they did before.

















Tag 4 Rast in der grünen Oase Durba Springs, Well 12 bis Durba Springs (Well 17) – Day 4 Relaxing in the green oasis of Durba Springs, Well 12 to Durba Springs (Well 17)
Die Fahrt geht weiter. Rüttelpiste und Dünen wechseln sich nach wie vor ab. Ab und zu entdecken wir am Rand der Piste ein Autowrack. Ein Mahnmal was im schlimmsten Fall passieren könnte. Auch haben wohl schon einige Mutige probiert die Canning Stock Route zu Fuss zu passieren – ein Überbleibsel eines gescheiterten solchen Unterfangens im Jahr 1972 ist der rostige Handwagen, der an der Seite des Tracks liegen geblieben ist. Uns erwartet an diesem vierten Fahrtag ein ganz besonderes Highlight: Durba Sprigs, eine Oase, die mit hohen Eukalyptus Bäumen, grünem Rasen und farbenfrohen Papageien aufwarten kann. An den Felswänden der Schlucht finden wir beim genauen Hinsehen auch Malereien der Aborigines. Der Abstecher hat sich mehr als gelohnt.
The journey continues. Bumpy tracks and dunes keep alternating as before. Every now and then we spot a wrecked car at the side of the track. A stark reminder of what could happen in the worst-case scenario. A few brave souls have also tried to traverse the Canning Stock Route on foot – a remnant of one such failed attempt in 1972 is the rusty handcart that has been left by the side of the track. A very special highlight awaits us on this fourth day of driving: Durba Sprigs, an oasis boasting tall eucalyptus trees, green grass and colourful parrots. On closer inspection, we also find Aboriginal rock art on the cliff faces of the gorge. The detour was more than worth it.





















Tag 5-6 Savory Creek Crossing und Lake Disappointment, von Durba Springs nach Georgia Bore – Days 5–6 Savory Creek Crossing and Lake Disappointment, Durba Springs to Georgia Bore
An Tag 5 wartet die erste und einzige Flussdurchquerung auf uns. Der Savory Creek ist nicht sehr tief und genau wie der daneben liegende Lake Disappointment sehr stark salzhaltig. Das Befahren der Salzkruste ist hier verboten – was aber einige offenbar nicht davon abgehalten hat. Übernachten tun wir an diesem Tag beim Bohrloch «Georgia Bore», welches von einer nahe gelegenen Miene angelegt wurde. An Tag 6 wechseln sich wiederum Lehmpfannen, Dünenlandschaft und auch Wellblech ab. Die gefürchtete Begegnung mit einer Schlange bleibt aus, da wir den Deckel des Wells 26 nicht öffnen – wir wurden vorgewarnt. Dafür schaut einem ein kleiner Gecko im WC Häuschen zu. Bei Well 30 schlagen wir an diesem Tag unser Nachtlager auf. Nicht der tollste Übernachtungsplatz: überall liegen die Hinterlassenschaften von Kameliden rum und entsprechend zahlreich sind die Fliegen, die sich darin vermehren können. Noch zur Erklärung: Die Dromedare wurden in den 1840er Jahren als Last und Arbeitstiere verwendet um das karge Outback mit Telegraphenleitungen und Eisenbahnschienen zu erschliessen. Als in den 1930er Jahren vermehrt Autos, Lastwagen und Züge zum Einsatz kommen, werden die Dromedare nicht mehr benötigt und von ihren Besitzern freigelassen. Es ist sicher auch vorher bereits das eine oder andere entwischt. Mangels Fressfeinden können sie sich hier auch ungestört vermehren und werden mittlerweile von jedem mit dem wir reden als Plage angesehen.
On Day 5, our first and only river crossing awaits us. Savory Creek isn’t very deep and, just like Lake Disappointment next to it, has a very high salt content. Driving on the salt crust is prohibited here – though that clearly hasn’t deterred some people. We’re spending the night today at the ‘Georgia Bore’ borehole, which was installed by a nearby mine. On Day 6, we once again pass through a succession of clay pans, dune landscapes and corrugated tracks. The dreaded encounter with a snake doesn’t materialise, as we don’t open the lid of Well 26 – we had been warned about it. Instead, a little gecko watches you in the toilet cubicle. We set up camp for the night at Well 30. It’s not the most pleasant place to spend the night: the droppings of camelids are scattered everywhere, and there are correspondingly large numbers of flies, which can reproduce in it. Just to explain: the dromedaries were used in the 1840s as pack and draught animals to develop the barren outback with telegraph lines and railway tracks. When cars, lorries and trains came into wider use in the 1930s, the dromedaries were no longer needed and were released by their owners. No doubt one or two had already escaped before then. With no natural predators, they are able to breed undisturbed here and are now regarded as a nuisance by everyone we speak to.










Tag 7 Einmal auftanken bitte, Kunawaritji, Wells 30 bis 31 – Day 7 a top-up, please, Kunawaritji, Wells 30 to 31
Nach sieben Tagen kommen wir in der einzigen Siedlung entlang der Strecke an. In der indigenen Community Kunawaritji kann man tanken und wenige Lebensmittel einkaufen – sollte man meinen. Wir wählen die Benzin Tanksäule und befolgen die Anweisungen am Zahlterminal, aber aus dem Zapfhahn kommt kein einziger Tropfen raus. Wir erfahren im kleinen aber gut gefüllten Shop, dass die Benzintanksäule schon seit längerem kaputt sei und sie uns aber 50 Liter aus Kanistern verkaufen können. Nur 50 Liter?! Bei weitem nicht genug für die weiteren 850 km, die noch folgen sollen. Nach kurzem hin und her, erfahren wir, dass das Benzin auch aus dem grossen Tank in Kanister gefüllt und dann von Hand getankt werden könnte. Das ganze Prozedere dauert bei 250 Litern dann geschlagene 2 Stunden, da das Benzin aus dem grossen Tank in den Eimer leider nur tröpfeln kann. Bei Well 31 ist dann für uns Schluss für heute. Im Verlauf des Nachmittags trifft dort eine nette Gruppe Australier ein, die uns nach einem kurzen Schwatz zu ihrem Lagerfeuer einladen – der Tag ist nach dem anfänglichen Schock gerettet.
After seven days, we arrive at the only settlement along the route. In the indigenous community of Kunawaritji, you can fill up with petrol and buy a few groceries – or so you’d think. We head for the petrol pump and follow the instructions on the payment terminal, but not a single drop comes out of the nozzle. In the small shop, we learn that the petrol pump has been out of order for some time, but that they could sell us 50 litres from jerrycans. Only 50 litres?! Not nearly enough for the remaining 850 km we still have to cover. After a brief back-and-forth, we find out that the petrol could also be transferred from the large tank into jerrycans and then poured into the car by hand. The whole process takes a full two hours for 250 litres, as the petrol can unfortunately only drip from the large tank into the bucket. Well 31 is where we call it a day. Later that afternoon, a friendly group of Australians arrive there and, after a quick chat, invite us to join their campfire – so, after the initial shock, the day is saved.










Tage 8-9 Dünen, Rüttelpiste und Kamele, Wells 31 bis 44 – Days 8-9 Dunes, corrugated tracks, and camels, Wells 31 to 44
Die Tage 8 und 9 drehen sich hauptsächlich um die Überquerung von Dünen. Diese werden zwar zunehmend höher, sind aber sogar im Schritttempo zu erklimmen. Man braucht also nicht wirklich gross Anlauf zu holen – das geht auch gar nicht, da sie meist so ausgefahren sind, dass es einem bei zu hoher Geschwindigkeit unangenehm im Auto hin und her werfen würde. Auch das Wellblech wird nicht weniger. Aufregend bleibt, dass man nie genau weiss, was einen hinter der Düne erwartet: Es könnten Dingos sein, die sind entlang der Strecke zahlreicher als wir dachten, Dromedare oder aber ein entgegenkommender Konvoi. Wir treffen fast jeden Tag entgegenkommende Autos – man ist also selbst hier nicht komplett alleine. Auch verändert sich die Landschaft immer wieder: Kleine Wäldchen aus sogenannten «Waddi» Bäumen – einer Akazienart, werden zu gelbem Grasland, dieses weicht sandigem Rot oder die Vegetation ist gleich komplett einem Feuer zum Opfer gefallen. Ganz besonders in Acht nehmen muss man sich vor dem überall präsenten Spinifex Gras. Nicht etwa weil es furchtbar piksen kann sondern weil vor allem die Samen der Pflanze sehr stark Öl-haltig sind. Sammeln sich die trockenen Halme des Grases zum Beispiel in der Nähe der heissen Auspuffanlage können diese ganz einfach Feuer fangen und das ganze Auto kann innert kürze in Flammen aufgehen – so wie es so einigen Reisenden tatsächlich passiert ist. Wir schauen also öfters mal unters Auto und holen die aufgesammelten Grasbüschel raus.
Days 8 and 9 are mainly about crossing dunes. Although they are getting increasingly higher, they can still be conquered at walking pace. So you don’t really need to build up much momentum – in fact, you couldn’t even if you wanted to, as they are super bumpy in the approach, meaning that travelling at too high a speed would leave you being thrown about uncomfortably in the car. The corrugated terrain shows no sign of letting up either. It remains exciting though that you never know exactly what awaits you behind the dune: it could be dingoes, which are more numerous along the route than we thought, dromedaries or even an oncoming convoy. We come across oncoming cars almost every day – so even here, you’re not completely on your own. The landscape also changes constantly: Small groves of so-called ‘Waddi’ trees – a type of acacia – give way to yellow grasslands, which in turn yield to sandy red terrain, or the vegetation has simply been completely consumed by fire. You have to be particularly wary of the ubiquitous spinifex grass. Not so much because it can prick you terribly, but mainly because the plant’s seeds are very oily. If the dry stalks of the grass accumulate near the hot exhaust system, for example, they can easily catch fire and the whole car will go up in flames in no time – as has actually happened to quite a few travellers. So, more often than not, we check under the car and remove any tufts of grass that have gathered there.






















Eine Kostprobe der erlebten Rüttelpiste, für alle die kurz mit uns mittleiden möchten, gibt es im Video unten. The video below offers a brief glimpse of the corrugated track we experienced, for anyone who’d like to suffer with us for a moment.
Tag 10 den Gravity Lake umfahren und mit Hornissen ums Wasser streiten, Wells 44 bis 48 – Day 10 by-passing Gravity Lake and struggling with hornets for water, Wells 44 to 48
Die Landschaft weitet sich zwischen den Dünen zunehmend. An Tag 10 kommen wir an mehreren Salzseen und Lehmpfannen vorbei. Wir haben Glück, dass das Wasser der vergangenen starken Regenfälle in der Zwischenzeit trocknen konnte, so können wir den Lehmhaltigen Untergrund gut passieren und wo nötig auch eine Umfahrungsstrecke finden ohne stecken zu bleiben.
The landscape gradually opens out between the dunes. On day 10, we pass several salt lakes and clay pans. We’re lucky that the water from the recent heavy rainfalls has had time to dry out properly, so we’re able to cross the clay-rich ground with ease and, where necessary, find a detour without bogging down.






Von Brunnen Nummer 45 ist fast nur noch der verrostete Eimer übrig, aber der Brunnen 46 wurde erst gerade restauriert. So füllen wir dort unsere Wassertanks erneut auf. Wir sind aber nicht die einzigen durstigen hier: duzende orange Hornissen schwirren in der Luft. Marcel packt sich sicherheitshalber komplett mit Handschuhen und Fliegennetz ein. Die Hornissen sind aber glücklicherweise nicht an uns sondern nur am Wasser, welches wir verschütten, interessiert. Auch sitzt im Well tief unten ein Frosch. Wir sind, wie ihr euch sicher sehr gut vorstellen könnt, sehr froh darüber, dass wir unser Trinkwasser gleich zweifach filtern können.
All that’s left of well number 45 is a rusty bucket, but well 46 has only just been fully restored. So we top up our water tanks there again. We’re not the only thirsty ones here, though: dozens of large orange hornets are buzzing about. To be on the safe side, Marcel covers himself completely with gloves and a fly net. Fortunately, though, the hornets aren’t interested in us, but only in the water we’re spilling. There’s also a frog sitting deep down in the well. As you can probably imagine, we’re very happy that we can filter our drinking water twice.








Kurz vor Brunnen 48 schlagen wir unser Nachtlager neben einer Hügelkette auf. Die Sonne beginnt bereits unterzugehen und die Farben des Gesteins gehen langsam von orange in ein sattes feuerrot über. Dieser Ort gehört mit Sicherheit zu unseren Lieblingsplätzen der ganzen Reise. Das Spektakel geht auch nach Sonnenuntergang weiter: Da hier die Lichtverschmutzung so gering ist, zeigt sich die Milchstrasse in voller Pracht.
Just before well 48, we set up camp for the night next to a range of hills. The sun is already beginning to set and the colours of the rock are slowly changing from orange to a fiery red. This place is definitely one of our favourites from the whole trip. The spectacle continues even after sunset: as there’s so little light pollution here, the Milky Way is visible in all its glory.









Tag 11 enttäuschender Letzter Brunnen 51, dafür umso eindrücklicher Wolfe Creek Meteoritenkrater, Wells 48 bis Wolfe Creek – Day 11 disappointing last Well 51, but all the more impressive Wolfe Creek meteorite crater; Wells 48 to Wolfe Creek
Von Well 48 bis Well 51 ist es nicht mehr weit. Die Landschaft hat sich auf diesen letzten Kilometern erneut komplett verändert: die Dünen sind verschwunden und stattdessen blicken wir nun über weites grünes Weideland. In der Ferne sehen wir auch sumpfige Gebiete, wo die grossen Kranich-artigen Brolgas springen und tanzen. Der Well 51 liegt inmitten einer Kuhweide und ist nicht mehr funktionsfähig. Die Metallteile quietschen im Wind. Trotz des enttäuschenden Anblicks – für den aller letzten Brunnen der CSR hat man sich irgendwie etwas anderes vorgestellt, sind wir bereits jetzt unglaublich stolz auf das was wir die letzten Tage geleistet haben und auch unserem Troopy klopfen wir freudig auf die Schulter oder besser auf den Kotflügel. Die Fahrt geht am kleinen Ort Bililuna als erstes Anzeichen von nun stetig zunehmender Zivilisation vorbei und in Richtung eines abschliessenden Highlights der Tour: dem Wolfe Creek Meteoriten Krater.
It’s not far from Well 48 to Well 51. The landscape has changed completely once again over these final kilometres: the dunes have disappeared and, instead, we now look out over vast green pastures. In the distance, we can also see marshy areas where the large, crane-like brolgas leap and dance. Well 51 lies in the middle of a cow pasture and is no longer operational. The metal parts creak in the wind. Despite the disappointing sight – one had somehow imagined something different for the very last well on the CSR – we’re already incredibly proud of what we’ve achieved over the last few days, and we give our Troopy a joyful pat on the shoulder – or rather, on the hood. The journey takes us past the small village of Bililuna – the first sign of civilisation, which is now steadily increasing – and on towards one of the tour’s final highlights: the Wolfe Creek meteorite crater.










Der Wolfe Creek Krater gibt mit seinen fast 900 Metern Durchmesser ein sehr eindrückliches Bild ab. Vor ungefähr 120’000 Jahren soll hier ein Meteorit von 15 Metern Länge und einem Gewicht von 14’000 Tonnen eingeschlagen haben. Wir kommen nach dem Erklimmen der Kraterwand aus dem Staunen fast nicht mehr raus. Die Nacht verbringen wir anschliessend an die kurze Wanderung auf dem nahegelegenen Camping Platz innerhalb des Parks.
With a diameter of almost 900 metres, the Wolfe Creek Crater is a truly impressive sight. Around 120,000 years ago, a meteorite approximately 15 metres long and weighing 14,000 tonnes is thought to have struck here. After climbing up the crater wall, our amazement knows no bounds. Following the short hike, we spend the night at the nearby campsite within the park.






Tag 12 Ankunft in Halls Creek – Day 12 Arrival in Halls Creek
Wir erreichen nach 12 Tagen Fahrt das offizielle Ende unserer Abenteuertour. Der Ort Halls Creek bietet nun wieder alles was man benötigen könnte. Wir quartieren uns für zwei Nächte im Hotel ein, waschen Wäsche, kaufen Lebensmittel ein und putzen das Auto ordentlich raus. Nach getaner Arbeit stossen wir in der zum Hotel angrenzenden Sportbar aufs erfolgreiche meistern dieser Herausforderung an, die wir uns vor so langer Zeit vorgenommen haben.
After a 12-day drive, we reach the official end of our adventure tour. The town of Halls Creek now has everything we could possibly need. We check into a hotel for two nights, do our laundry, stock up on food and give the car a thorough clean. Once the work is done, we head to the sports bar next to the hotel to celebrate completing this challenge, which we set ourselves so long ago.





Fazit
Die Tour liegt ja jetzt bereits einige Wochen zurück, so können wir es nun wagen ohne die Euphorie zum Schluss ein objektives Fazit zu treffen. Zur Entscheidung die Tour alleine und ohne weitere begleitende Fahrzeuge zu machen gilt zu sagen, dass wir alle nötigen Vorbereitungen getroffen haben, die man für eine Reise in so abgelegene Gebiete treffen muss. Im schlimmsten Fall hätte eine Rettungsaktion von der einen oder anderen Seite her mindestens 7 Tage benötigt und sicherlich um die 30’000 AUD gekostet. Da unser Fahrzeug und die Anbauteile quasi nigelnagelneu waren, machten wir uns nicht allzu grosse Sorgen, dass daran durch Materialermüdung etwas kaputt gehen könnte. Die ganze Tour war keine Offroadfahrt wo man eine sehr technische Fahrweise benötigt. Selbst die Dünen waren im Schritttempo zu bezwingen. Auch haben wir jeden Tag andere Reisende getroffen, wir waren also nie wirklich alleine. Würden wir die Canning Stock Route nochmals befahren? Nein. Denn was wir so nicht erwartet hatten, war das unerbittliche Wellblech entlang der gesamten Strecke. Wir wurden über die 1’800 Kilometer konstant und immerzu durchgerüttelt. Eine Belastungsprobe nicht nur für uns sondern auch für die Stossdämpfer, das Fahrwerk und für den Innenausbau des Fahrzeugs. Das Erlebte entlang der CSR gehört zu den Erfahrungen, die wir zwar ganz sicher nicht missen, aber auch nicht nochmals wiederholen wollen.
It’s now been a few weeks since the trip, so we can finally venture to draw an objective conclusion without the euphoria of the moment. As for the decision to undertake the trip alone and without any accompanying vehicles, it’s worth noting that we took all the necessary precautions required for a journey to such remote areas. In the worst-case scenario, a rescue operation from either direction would have taken at least seven days and certainly cost around 30,000 AUD. As our vehicle and its fittings were practically brand new, we weren’t too worried that anything might break due to material fatigue. The whole trip wasn’t an off-road journey requiring highly technical driving. Even the dunes could be tackled at walking pace. We also met other travellers every day, so we were never really on our own. Would we drive the Canning Stock Route again? No. Because what we hadn’t expected was the relentless corrugations along the entire route. We were constantly and incessantly shaken about for the entire 1,800 kilometres. It was a real test not only for us but also for the shock absorbers, the suspension and the vehicle’s interior fittings. Our time on the CSR is one of those experiences that, whilst we certainly wouldn’t want to have missed, we also have no desire to repeat.