April 2025 /
Nach unserem Abstecher an die Küste Perus, erklimmen wir erneut die Anden. Vorbei an kleinen Dörfern, Plantagen und Feldern, welche nun nicht mehr in Form der bekannten Inka Treppen sondern in die natürlichen Hänge der Hügel angeordnet sind, kommen wir der weltbekannten Stadt Cusco immer näher. Die Strasse schlängelt sich beinahe endlos entlang der Berghänge und Täler und in den Städten gilt es dem Gewusel der unzähligen Tuk-tuks auszuweichen. An den Kontrast zwischen der Ruhe und Stille eines Andenpasses und dem Lärm und Durcheinander der Peruanischen Städte gewöhnen wir uns kaum.
After our detour to the coast of Peru, we climb the Andes again. Passing small villages, plantations, and fields, which are no longer arranged in the familiar Inca terraces but rather on the natural slopes of the hills, we get closer and closer to the world-famous city of Cusco. The road winds almost endlessly along the mountain slopes and valleys, and when we occasionally come to a town, we have to dodge the countless tuk-tuks. We can hardly get used to the contrast between the peace and quiet of an Andean passes and the noise and chaos within Peruvian cities.


















Bevor wir nach Cusco fahren, besuchen wir das Urubamba Tal, welches bereits zu Inka Zeiten ein landwirtschaftlich sehr bedeutendes Tal war. Es wird vielleicht daher auch als «Valle Sagrado», als heiliges Tal bezeichnet. So gibt es da auch sehr alte Inka Terrassen und Ruinen zu bestaunen – auch Machu Picchu liegt in diesem Tal. Wir entscheiden uns aber gegen einen Besuch der berühmten Inka Stätte.
Before heading to Cusco, we visit the Urubamba Valley, which was already an agriculturally significant valley in Inca times. This is perhaps why it is also known as the Valle Sagrado, the Sacred Valley. The valley is frequented by tourists to visit the historic Inca terraces and ruins – Machu Picchu too is located in this area. However, we decide against visiting the well-known Inca site.





Je näher wir der Stadt Cusco kommen, umso mehr Meerschweinchen-Statuen sehen wir. Ein Vorbote für die späteren Sichtungen der gegrillten Schweinchen an langen Spiessen. Um eins gleich vorne weg zu nehmen: obwohl wir ja sehr offen dafür sind die lokale Speisen zu probieren – ein Meerschweinchen am Spiess haben wir uns aber nicht einverleibt. An unserem ersten Tag in Cusco stehen Einkaufen und Wäsche waschen lassen auf dem Programm. Wir finden eine tolle Wäscherei wirklich mitten im Altstadtkern, wo wir unerwarteterweise sehr gut kurz anhalten können, um die Wäsche abzuladen. Auch ein bewachter Parkplatz ist schnell gefunden, da wir recht früh am morgen in der Stadt angekommen sind. Zusehends füllen sich aber die Strassen mit unzähligen Gruppen in farbenfrohen Trachten und tausenden von Zuschauern. Ein Volksfest der Einheimischen, welche aus den verschiedensten Regionen Perus für diesen Anlass nach Cusco gepilgert sind, findet heute statt. Überall wird Musik gespielt und dazu getanzt. Wir schauen dem Treiben für mehrere Stunden zu.
The closer we get to the city of Cusco, the more guinea pig statues we see. A prelude to the later sightings of grilled guinea pigs on long skewers. To get one thing out of the way up front: although we are open to trying local foods, we did not manage to down a guinea pig on a skewer. On our first day in Cusco, shopping and laundry are on the agenda. We find a great laundromat right in the heart of the old town, where we are unexpectedly able to pull over to drop off our laundry just fine. We also easily find a secure parking spot, as we arrived in the city quite early in the morning. However, the streets are filling up quickly with countless groups in colorful traditional costumes and thousands of spectators. Today is a folk festival for the locals, who for this occasion have made the pilgrimage to Cusco from various regions of Peru. Music is playing everywhere and people are dancing. We watch this spectacle for several hours.

















Gestärkt von den Tagen mit leckerem Essen in und um Cusco nehmen wir eine der grössten Challenges unserer bisherigen Reise in Angriff: Den Besuch des weltbekannten Regenbogen-Berges «Vinicunca». Von 4700 MüM soll es ZU FUSS auf 5100 MüM hochgehen. Obwohl wir früh morgens losfahren, merken wir sehr schnell, dass wir keinesfalls unter den Ersten sein werden, die oben ankommen. Der Parkplatz am Fuss des Anstiegs ist bei unserer Ankunft bereits komplett mit Touristenbussen voll. Die müssen wohl bereits um vier Uhr morgens von Cusco losgefahren sein. Wir essen also erst ein stärkendes Frühstück und lassen uns dabei lange Zeit die ankommenden und gehenden Gruppen zu beobachten. Mehr und mehr Touristenbusse kommen an, den Leuten werden ein Wanderstecken in die Hand und ein paar Coca-Blätter gegen die Höhenkrankheit in den Mund gestopft und dann mahnt der Guide auch bereits zum Aufbruch. So gegen 10 Uhr machen wir uns dann auch auf die Wanderung nach oben. Alle paar Meter müssen aber selbst wir, die bereits mehrere Wochen auf solchen Höhen verbracht haben, eine Pause einlegen. Wir können uns kaum vorstellen wie es sein muss, erst vor wenigen Tagen mit dem Flieger in Peru angekommen zu sein und dann gleich einen solchen Anstieg in so grosser Höhe zu unternehmen. Einige Wanderer sehen dementsprechend sehr schlecht aus, müssen umkehren oder werden sogar mit Sauerstoffflaschen versorgt. Oben angekommen erwartet uns dann das volle Programm an «touristischen Klischees»: ein grosses Gedränge vor dem Fotopunkt mit dem besten Blick, viele Verkaufsstände wo lauthals Essen, Magnete oder Tassen angeboten werden und natürlich geschmückte Alpakas als Fotosujets. Unser Aufstieg hat gute 1.5 Stunden gedauert und oben angekommen, müssen wir uns erst ein wenig ausruhen bevor wir das Erreichte überhaupt feiern können. Auch sind uns die Menschenmassen erst einmal zu viel und wir verziehen uns etwas an der Rand des Gedränges. Aber nur wenige Minuten nach unserer Ankunft kommt die Überraschung: Wie auf Kommando leert sich der Aussichtspunkt. Selbst die Verkaufsstände werden eingepackt und die Alpakas weggeführt. Wir stehen plötzlich fast alleine auf dem Berg und von unten kommen auch keine weiteren Gruppen mehr nach. Fast schon etwas einsam machen wir nun Fotos und versuchen die unerwartete Ruhe zu geniessen. Als wir wieder unten ankommen (der Abstieg fiel uns natürlich einiges leichter als der Aufstieg), ist auch der Parkplatz bereits fast leer. Also als Tipp an alle Individualreisenden, man kann gut erst am Nachmittag nach oben fahren und den Ausblick auf die farbige Bergflanke dann nahezu alleine geniessen.
Energized by days of delicious food in and around Cusco, we tackle one of the biggest challenges of our trip so far: visiting the world-famous rainbow mountain “Vinicunca.” From 4,700 meters above sea level at the parking lot, we will climb to around 5,100 meters above sea level ON FOOT. Even though we set off very early in the morning, we quickly realize that we will by no means be amongst the first to reach the top. When we arrive, the parking lot at the foot of the climb is already completely full of tourist buses. They surely must have left Cusco at four in the morning. So we eat a hearty breakfast and take our time watching the arriving and leaving groups. More and more tourist buses arrive, the people are given walking sticks and a few coca leaves to put in their mouths to combat altitude sickness, and then the guides urge them to set off. At around 10 a.m., we also embark on the hike to the top. Every few meters, even we, who have already spent several weeks at such altitudes, have to take a break. We can hardly imagine what it must be like to have arrived in Peru by plane just a few days ago and then to immediately take on such a climb at these altitudes. Some people look very ill, have to turn back, or are even treated with supplemental oxygen. Our ascent takes a good 1.5 hours and once we reach the top, we are immediately greeted by the full range of “tourist clichés”: a large crowd in front of the photo spot with the best view, lots of sales stands loudly offering food, magnets, and cups, and of course the decorated alpacas as photo subjects. The crowds are quite overwhelming at first, so we retreat to the edge of the hustle and bustle and rest a bit, before even being able to celebrate our achievement. Only a few minutes later, we are in for a surprise: as if on cue, the viewpoint empties. Even the stalls are packed up and the alpacas are led away. Suddenly, we are almost alone on the mountain, and no more groups are coming up from below. Almost feeling a little lonely, we take some photos and then try to enjoy the unexpected peace and quiet. When we arrive back down (the descent was, of course, much easier than the ascent), the parking lot too is deserted. So, as a tip for all independent travelers, it might be a good idea to drive up in the early afternoon to get the mountain all to yourselves.




















Vinicunca ist, keine Frage, der berühmteste Regenbogen-Berg Perus, es gibt aber in dieser Region tatsächlich noch zwei weitere farbige Berge zu bestaunen – von denen spricht aber fast nie jemand. Wir wollen als nächstes den Berg Pallay Punchu etwas weiter südlich besuchen. Der eigentliche Zufahrtsweg im Westen ist während unseres Aufenthaltes wegen eines Erdrutsches gesperrt, aber wir erfahren, dass von der östlichen Seite am Ende eines kleinen Dorfes auch noch ein schmaler Weg bis ganz nach oben führen soll. Dieser ist auch tatsächlich gerade so breit, dass wir mit unserem Land Cruiser noch durchkommen. Oben angekommen sind wir aber überrascht einen grossen Bagger und eine Walze bei der Arbeit vorzufinden. Da wird wohl am Ausbau der Zufahrtsmöglichkeiten gearbeitet. Der Parkplatz ist aufgrund der beschwerlichen Zufahrt wie erwartet komplett leer. Wir beginnen den Aufstieg und merken, dass uns dieser viel leichter fällt als derjenige zwei Tage zuvor. Es könnte aber auch daran liegen, dass wir hier die Wanderung gut 500 Höhenmeter tiefer startet, als es bei Vinicunca der Fall war. Oben angekommen ist die Aussicht einfach nur atemberaubend. Da wir zuvor extra nicht online geschaut haben was uns erwarten könnte, sind wir von der langgezogenen rot und blau gestreiften Bergkette und dem wunderbaren Panorama umso beeindruckter.
Vinicunca is undoubtedly Peru’s most famous rainbow mountain, but there are actually two other colorful mountains to admire in this region – which hardly anyone ever mentions. Next, we want to visit Mount Pallay Punchu a little further south. The actual access road in the west is closed during our stay due to a landslide, but we learn that from a small village on the eastern side, there is a narrow path that leads all the way to the top. It is indeed just wide enough for our Land Cruiser to get through. Once at the top, however, we are surprised to find a large excavator and a compactor, working at expanding the access route. As expected, the parking lot is completely empty due to the difficult access. We begin the ascent and note that we find it much easier than the one two days earlier. But it could also be because the hike starts a good 500 meters lower than the one at Vinicunca. Once at the top, the view is simply breathtaking. Since we deliberately didn’t look online beforehand to see what to expect, we are all the more impressed by the long red and blue striped mountain range and the wonderful panorama.










Für uns geht die Reise nun weiter in Richtung des Titicacasees. Auch unsere Zeit in Peru neigt sich langsam dem Ende zu. Wir bereuen es fast schon ein Bisschen an der Grenze nicht mehr als die erhaltenen 30 Tage Aufenthalt gefordert zu haben, denn die Wochen sind einfach nur so verflogen. Wir haben tatsächlich etwas unterschätzt, wie lange es dauert in der kurvigen Bergwelt Perus von A nach B zu kommen. Wir freuen uns aber bereits auf unsere weiteren Reiseziele die sicherlich auch noch das eine oder andere Abenteuer für uns bereithalten werden.
For us, the journey now continues towards Lake Titicaca. Our time in Peru is also slowly coming to an end. We almost regret not requesting more than the 30-day stay we were granted at the border, since the weeks have simply flown by. We quite underestimated how long it takes to get from A to B in Peru’s winding mountainous landscape. However, we are already looking forward to our next destinations, which are sure to hold a few more adventures in store for us.