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Der Tasmanische Teufel sagt Adé – Tasmanien Teil 3

Mai 2026 /

Auf einem weiteren Peninsula nordöstlich, befindet sich der Freycinet National Park, der mit besonders schönen Landschaften lockt. Eine der berühmten Buchten ist die «Wineglass Bay». Die Bucht trägt diesen Namen aber nicht nur wegen ihrer Form, die tatsächlich stark an ein Weinglas erinnert. Während der Hochzeiten des Walfangs, sollen sich der Strand und das Wasser hier weinrot verfärbt haben. Die Zeiten wo man im grossen Stil Walblubber benötigt, sind nun zum Glück vorbei und so können wir nach einem einstündigen Aufstieg einen wunderbaren Ausblick auf weisse Sandstrände und strahlend blaues Wasser geniessen. Nach «getaner Arbeit» lassen wir uns ein leckeres Mal im «Lobster Shack» schmecken um die Energiereserven wieder aufzufüllen.

On another peninsula to the northeast lies Freycinet National Park, which draws visitors with its exceptionally beautiful landscapes. One of the famous bays is “Wineglass Bay.” The bay bears this name not only because of its shape, which does indeed strongly resemble a wineglass. During the heyday of whaling, the beach and the water here are said to have turned wine-red. Fortunately, the days when whale blubber was needed on a large scale are now over, and so, after a one-hour hike, we can enjoy a wonderful view of white sandy beaches and sparkling blue water. After “a job well done,” we treat ourselves to a delicious meal at the “Lobster Shack” to replenish our energy reserves.

Etwas weiter nördlich wird es an den Stränden dann doch noch rot. Ganz passend trägt diese Region den Namen «Bay of Fires». Die Bezeichnung «Bucht der Feuer» bezieht sich aber nicht wie vielleicht erst vermutet auf die Flechte, die hier den ganzen Granitstein rotorange färbt sondern auf die vielen Feuer der Ureinwohner, welche der britische Entdecker Tobias Furneaux 1773 beim Vorbeisegeln damals erspäht hat.

A little further north, the beaches do turn red after all. Fittingly, this region is called the “Bay of Fires.” However, the designation “Bay of Fires” does not refer to the lichen that turns all the granite rocks here a reddish-orange color, but rather to the many fires lit by the indigenous people, which the British explorer Tobias Furneaux spotted as he sailed past in 1773.

Von Bridport nach Bellingham könnte man ganz normal die geteerte Strasse nehmen, wir entscheiden uns aber für eine sandige Route – wohlwissend, dass Sanddünen zu erklimmen nicht gerade zu den den Stärken unseres Troopys gehört. Wir lassen den Reifendruck auf ein Minimum ab und dann klappt die Fahrt zum Teil mit etwas Schwung von dem einen Sandy Point zum anderen ohne allzu grosse Zwischenfälle. Mehr noch, wir sind über den fast schon spritzigen Benzinmotor sehr positiv überrascht (wenn man bei einem 3,5-Tonnen Auto überhaupt von Spritzigkeit reden darf). Für unseren Mut belohnt, werden wir mit einem tollen Übernachtungsplatz in Meeresnähe.

From Bridport to Bellingham, we could have simply taken the paved road, but we decided to take a sandy route—knowing full well that climbing sand dunes isn’t exactly one of our Troopy’s strong suits. We deflate the tires to the minimum, and then, with a bit of momentum, the drive from one Sandy Point to the other goes smoothly, without any major incidents. What’s more, we’re very pleasantly surprised by the almost punchy gasoline engine (although you can hardly call a 3.5-ton car “punchy”). Rewarded for our courage, we find a great place to spend the night near the sea.

Nach diesen tollen Tagen in Strandnähe, wagen wir uns bei bestem Wetter in die Höhe. Hat man es über die schwindelerregenden Serpentinen der «Jacob’s Ladder» erst mal hoch zum Aussichtspunkt geschafft, bietet sich einem ein toller Panoramablick über den Ben Lomond National Park. Auf dem Weg nach unten entdeckt Marcel am Strassenrand eine kleine Besonderheit Australiens. Ein Echidna oder auch Schnabeligel. Mit einem Igel hat das Tier aber genetisch gesehen nicht viel zu tun, denn sein nächster Verwandter ist der Platypus, besser bekannt als das Schnabeltier. Die beiden zählen zu den letzten verbliebenen eierlegenden Säugetieren. Der kleine Schnabeligel ist zum Glück schnell wieder von der Strasse runter und wird so selbst nicht Teil einer traurigen Statistik: Tasmanien führt die Tabelle für die meisten überfahrenen Tiere nämlich als absoluter Spitzenreiter an. Wir können dies leider auch nur bezeugen – alle paar Meter liegt hier ein totes Tier am Strassenrand. Wenigstens haben die Aasfresser genug zu futtern. Wir bereiten uns auf eine kühle Nacht vor und machen fast zum ersten Mal seit Reisestart ein Feuer – denn dies war bisher ziemlich überall verboten.

After spending a few days near the beach, we venture up into the hills in perfect weather. Once you’ve made it up the daunting switchbacks of “Jacob’s Ladder” to the lookout point, you’re rewarded with a stunning panoramic view of Ben Lomond National Park. On the way down, Marcel spots a little Australian oddity by the side of the road. An echidna, also known as a spiny anteater. Despite looking alike, genetically speaking, however, the animal isn’t closely related to a hedgehog at all. Its next relative is the platypus. The two species are the last remaining egg-laying mammals. Fortunately, the little echidna quickly scurries off the road and thus avoids becoming another sad statistics entry: Tasmania tops the list for the highest number of animals killed on the roads. Unfortunately, we can only confirm this—every few meters, there’s a dead animal lying on the side of the road. At least the scavengers have plenty to eat. We prepare for a cool night and light a fire for almost the first time since we started our trip it’s been prohibited almost everywhere.

Die Fahrt geht Inland weiter Richtung Cradle Mountain National Park. Diesen haben wir zu Anfang unserer Tasmanien Reise ausgelassen, da es mehrere Tage wie aus Kübeln geregnet hat. Passend kommt nach mehreren Wochen tollstem Sonnenschein nun wieder der Wetterumschwung. Bei Nieselregen besuchen wir trotzdem den Devils@Cradle Tierpark und spazieren gerade rechtzeitig zum Start der Fütterungstour an den Empfang. Beim Bezahlen etwas beeilt und wir können uns gleich noch der Gruppe anschliessen. An der Tour teilzunehmen war es echt wert, denn ohne die lockenden Happen würde man die ausschliesslich dämmerungs-und nachtaktiven Tiere um diese Uhrzeit nicht zu Gesicht bekommen. So süss und flauschig die gepunkteten Beutelmarder auch aussehen mögen, wenn es um die Auswahl des Futters geht, können sie sich aber auch von einer blutrünstigen Seite zeigen. Wo der Hang zum frischen Fleisch ganz und gar nicht überrascht, ist beim Tasmanischen Teufel. Während sich die Beutelteufel lautstark um die letzten Bissen des Wallabys streiten, lernen wir viel über deren Lebensweise und auch die bestehende Gefahr der Ausrottung. Die Teufelpopulation plagt nämlich seit mehreren Jahren eine schreckliche Krankheit. Die Devil Facial Tumor Disease, ein infektiöser Tumor der über Bisse von Gesicht zu Gesicht übertragen wird, tötet befallene Tiere innerhalb weniger Monate. An der schnellen Ausbreitung der Krankheit ist wohl auch die geringe genetische Vielfalt innerhalb der Gesamtpopulation schuld. Bis die Wissenschaft eine funktionierende Impfstrategie hervorgebracht hat, können isolierte Reservepopulationen auf vorgelagerten Inseln, wie auch die Zucht und Wiederansiedlungsprojekte verschiedener Tierparks das komplette Aussterben dieser Tasmanischen Ikone hoffentlich verhindern.

The drive continues inland toward Cradle Mountain National Park. We skipped this at the start of our Tasmania trip because it had been pouring rain for several days. Fittingly, after several weeks of glorious sunshine, the weather has taken a turn for the worse again. Despite the drizzle, we visit Devils@Cradle Wildlife Park and walk to the reception just in time for the start of the feeding tour. We hurry a bit while paying and are able to join the group right away. Taking the tour was really worth it, because without the tempting treats, you wouldn’t get to see these exclusively crepuscular and nocturnal animals at this time of day. As cute and fluffy as the spotted quoll may look, when it comes to choosing their food, they can also show a bloodthirsty side. Where the penchant for fresh meat comes as no surprise at all is with the Tasmanian devil. While the Tasmanian devils loudly fight over the last few bites of the wallaby, we learn a lot about their way of life and the very real threat of extinction. For several years now, the devil population has been plagued by a terrible disease. Devil Facial Tumor Disease, an infectious tumor transmitted through face-to-face bites, kills infected animals within a few months. The rapid spread of the disease is likely also due to the low genetic diversity within the overall population. Until scientists have developed an effective vaccination strategy, isolated reserve populations on offshore islands, as well as breeding and reintroduction projects at various zoos, will hopefully prevent the complete extinction of this Tasmanian icon.

Nach dem tollen Besuch des Tierparks, nehmen wir den Shuttle Bus in den Cradle Mountain National Park hinein. Selber fahren ist da nämlich nicht. Man kann hier nach dem hop-on, hop-off Prinzip an verschiedenen Stationen aus und wieder einsteigen. Wir machen eine kleine Wanderung dem «Dove Lake» entlang und sehen auf dem Rückweg beim «Ronny Creek» Stopp mehrere Wombats grasen. Was für ein gelungener Abschluss unserer Tasmanien Rundreise.

After a wonderful visit to the wildlife park, we take the shuttle bus into Cradle Mountain National Park. You’re not allowed to drive there yourself. The shuttle operates on a hop-on, hop-off basis, so you can get on and off at various stops. We take a short hike along Dove Lake and, on the way back, see several wombats grazing at the Ronny Creek stop. What a perfect way to end our Tasmania road trip.

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